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Château d'Agassac, Cru Burgeois Haut-Médoc 2000

Gekauft bei:
Weinhandel Barrique
für 14,60 €
Verkostet am: 11.05.2003
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Review des Castel del Monte von
Torrevento erscheinen,
ein Korkfehler der Testflasche machte eine Beurteilung jedoch leider unmöglich.
Ersatzweise griff ich also endlich zum Château
d'Agassac, der ja schon
länger einer Beurteilung harrte.
Um es vorweg zu nehmen: Winespectator gab großzügige 90 Punkte, die Vinum hingegen
14,5 Punkte mit weniger schmeichelhaften Attributen ("Techno-Wein"). Daher war
ich gespannt, was mich nun wirklich erwarten würde. Der Château d'Agassac ist
ein "typischer" Médoc mit einer Cuvée aus 47% Cabernet-Sauvignon, 50% Merlot
und 3% Cabernet Franc. Die Barriques bestehen zu einem Drittel aus neuen Fässern,
der Holzcharakter schlägt hier jedoch stärker durch als bei ähnlich bereiteten
Weinen aus der selben Gegend.
sehr dichtes, tiefdunkles Kirschrot mit violetten Reflexen, in der Nase
überwiegen Holzaromen, Kaffee, Leder, eine Spur Schokolade, wenig Frucht (Kirsche,
Pflaume) dafür aber Schwarzpulver; die Tannine sind schon recht geschmeidig,
gut eingebunden und nur leicht adstringierend. Die Säure tritt in den Hintergrund,
da ein alkoholischer Charakter überwiegt, was sich im langen, aber Holz- und
alkoholbetonten Abgang bemerkbar macht.
Gesamturteil: (2,5/5
Flaschen)
Zweifellos kein wirklich schlechter Wein, aber doch eine kleine Enttäuschung.
Ungern und nur unter Schmerzen gebe ich zu, daß die Vinum in diesem Fall gar
nicht so verkehrt lag ("neuholzbetont"). Die Bewertung durch James Suckling
erscheint mir in diesem speziellen Fall als ein wenig euphorisch. Bleibt zu
hoffen, daß die Holztöne im Laufe der Jahre besser mit der Frucht verschmelzen,
denn dieser Wein sollte ohnehin bis mindestens 2006 gelagert werden. Im direkten
Vergleich würde ich den Chateau Beaumont jederzeit vorziehen. Bei ähnlichem
Preis bietet dieser ganz klar mehr Genuß für sein Geld. Am Wein-Stammtisch läßt
sich vielleicht mit "90WS-Punkten" angeben, ich kann mir aber nicht vorstellen,
wer sich bei einem Verkaufspreis von 15-20 € so richtig für diesen Wein begeistern
möchte. Ich werde meine restlichen fünf Flaschen entweder im Keller einlagern
oder sogar weiterverkaufen. Auf einer 20er Skala läge der d'Agassac mindestens
1,5 - 2 Punkte vom Beaumont entfernt. Insgesamt also kein schöner Tag als Tester:
erster Wein fehlerhaft, der selbst eingekaufte Wein enttäuschend. Ich wäre froh,
hätte ich vor dem Kauf meinen eigenen Test bereits lesen können. ;-)
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