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Soave Classico Campagnola DOC 2001

Soave Classico Campagnola

zu beziehen über: Weintreff für 3,96 €
Verkostet am: 26.04.2003

"Die Geschichte des Soave ist eine Geschichte voller Mißverständnisse...". So oder ähnlich müßte man wohl beginnen, wenn es um einen Wein geht, den die meisten Leute nur als Billig-Gesöff aus dem Supermarkt bzw. Discounter kennen. Das Problem des Soave war, daß er aufgrund seiner ursprünglichen Qualität sehr beliebt wurde und viele Winzer auf den Soave-Zug aufsprangen und damit eine Massenproduktion in Gang setzten, die dank der nicht gerade anspruchsvollen Kundschaft der Discounter leider immer noch anhält. Auch wenn es z.B. mit Pieropan oder auch Graciano Pra durchaus Winzer gibt, die sich mit Mühe und Überzeugung und ihren "Classico Superiore" um den ursprünglichen Soave verdient machen und damit auch das allgemeine Niveau langsam wieder anheben. Die Garganega-Traube wächst schnell und bringt große Erträge, das verführt manchen zur Herstellung großer Mengen. Nur durch rigorose Ertragsbegrenzung ist es in den guten Lagen möglich, daraus einen Spitzen-Soave zu keltern. Unschön ist auch das beliebte Vermischen mit Chardonnay, das den eigenständigen Charakter dieses "eigentlichen" Terroir-Weins verwischt. Grundsätzlich ist Soave aus dem "Classico"-Gebiet, dem ursprünglichen Kern-Anbaugebiet, zu bevorzugen. Der Pra Soave war der erste Weißwein überhaupt, den ich in größerer Stückzahl für den eigenen Verzehr einkaufte (daher wird es bald auch davon einen Test geben). Es war zwar nicht ganz fair, den Campagnola zusammen mit den teureren Weißweinen von Domaine de Grachies und Dr. Pauly-Bergweiler zu verkosten, aber der günstigere Preis ist in der Bewertung berücksichtigt. Während ich noch gar nicht wußte, was ich da gerade trinke (Blindprobe), war jedoch sofort klar, daß dieser Wein mit den zuvor gekosteten nicht ganz mithalten konnte. Aufgrund einer völlig anderen Charakteristik eignet er sich aber ohnehin für andere "Einsatzgebiete".

blaßgelb, nur leicht fruchtige Nase (Birne und geringe Zitrus-Noten), sehr süffig , fast wäßrig, geringe, sehr milde Säure, wenig spürbarer Alkohol, aber eine erstaunliche Länge (prickelt länger als man trinkt...)!


Gesamturteil: 3,5 Flaschen - gut (3,5/5 Flaschen)
Diesen Wein würde ich mir an einem heißen Sommertag aussuchen, da er einerseits extrem leicht und süffig daherkommt und andererseits durch seine sehr zurückhaltende Art entweder zu leichten Speisen paßt (z.B. das bei Kraftsportlern beliebte Gericht "Pute mit Reis", Fischgerichte etc.) oder solchen, wo die Säure anderer Weine stört, vor allem bei Salat. Da hier auch nach mehreren Gläsern sich keine Säure unangenehm bemerkbar macht, kann man ihn besonders gut einfach pur trinken, fast schon als "Erfrischungsgetränk". Also ein Wein, zu dem das Etikett "Sommerwein" ausnahmsweise wirklich passen würde. Daneben eignet er sich auch sehr gut zu Salz- und Knabbergebäck, was ihn auch aufgrund des Preises für Partys interessant macht. Insgesamt eine durchaus überzeugende Vorstellung, die jedoch auch die Berechtigung teurerer "Superiore" (diese dürfen er erst nach dem 1. März des Folgejahres abgefüllt werden) unterstreicht.

Dieser Wein wurde freundlicherweise von Fa. Weintreff für den Test zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank!
Zum Testzeitpunkt war der Wein für 3,76 € erhältlich, inzwischen kostet die Flasche 3,96 €.

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