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Domaine de Grachies, Vin de Pays de Côtes de Gascogne 2002

Domaine de Grachies

zu beziehen über: Karl Kerler Weinimporte für 4,75 €
Verkostet am: 26.04.2003
 

Es gibt in Frankreich nicht nur die großen Chateaux von Bordeaux - nein, im ganzen Land finden sich große Winzergenossenschaften, aber auch kleine "Einzelkämpfer", die teilweise hervorragende Weine hervorbringen und bei denen man noch nicht den scheinbar großen Namen mitbezahlen muß. Aline und Jean-Claude Fontan gehören dazu. Mit ihrer Domaine de Grachies haben sie sich im Laufe der letzten 20 Jahre stetig einen guten Namen erarbeitet, den man glücklicherweise noch nicht teuer bezahlen muß.
Da ich drei Weißweine "blind" probierte, habe ich mich gleich mit dem Domaine de Grachies selbst ausgetrickst. Denn sowohl von den Aromen her, aber besonders aufgrund der Säure war ich mir sicher, den unter den Kandidaten befindlichen Riesling "erwischt" zu haben (was angesichts der aktuellen Riesling-Euphorie als Kompliment angesehen werden kann). Als ich nach den drei Proben die unter den Gläsern klebenden Zettel aufdeckte, staunte ich nicht schlecht. Für einen kurzen Überraschungsmoment hat es zumindest gereicht und es ist auch ein Zeichen für die erstaunliche Qualität, die man mit diesem Wein erhält. Über die Rebsortenzusammensetzung konnte ich leider nichts Genaues erfahren, üblicherweise wird in der Region jedoch die Colombard-Traube für Weißwein verwendet, häufig zusammen mit der Gros Manseng. Laut Kerler-Online-Shop ist der Grachies ein reiner Gros Manseng, laut anderer Händler 100% Colombard...

blaßgelbe Farbe, Intensives Aroma von Grapefruit, dazu etwas Ananas und Birne; spritzige, aber nicht nervige Säure, fein ausbalanciert, insgesamt schöne Harmonie; mittellanger Abgang, eleganter Eindruck


Gesamturteil: 4,5 Flaschen - toll! (4,5/5 Flaschen)
Ein sehr erfrischender Wein, den man vor allem als Essensbegleiter wählen sollte. Aufgrund seiner Säure kann er sich gut durchsetzen und bei der richtigen Kombination ein interessanter Kontrast sein. Bemerkenswert ist zudem, daß er von allen Testkandidaten das breiteste Aromenspektrum bot, das gleichzeitig die größte Intensität besaß. Er ist daher nicht nur ein Genuß für den Gaumen, sondern auch für die Nase! Bei 4,75 € ist das Preis/Genuß-Verhältnis mehr als stimmig! Davon, daß es sich hier "nur" um einen Vin de Pays handelt, sollte man sich - wie bei anderen Weinen auch - nicht irritieren lassen. Laut Hugh Johnson ist dies in Frankreich zur Zeit die "dynamischste" Weinklassifikation. Das heißt meiner Meinung nach nichts anderes, als daß man darunter Weine in jeder Qualitätsstufe (bis hin zu Cru Classée-Niveau) findet. Gerade die Region Côtes de Gascogne (übrigens die Heimat der "Drei Musketiere") scheint mittlerweile für ihre Weine beliebter zu werden als für den klassischen Armagnac, der aus der selben Gegend stammt.
 

Dieser Wein wurde freundlicherweise von Karl Kerler Weinimporte für den Test zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank!

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