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Zacharias Riesling Dr. Pauly-Bergweiler, Mosel-Saar-Ruwer 2001

Zacharias Riesling

zu beziehen über: Karstadt für 5,79 €
Verkostet am: 26.04.2003

Ich gebe es zu: hätte ich nicht von der Bewertung des Winespectator erfahren, gäbe es meine Bewertung auch nicht. Zumindest noch nicht. Denn daß ich mich schließlich auch an deutsche Weine heranwagen würde, stand für mich schon länger fest, allerdings machte mich der Test des amerikanischen Weinmagazins neugierig und so war ich sehr erfreut, daß mir Herr Pauly auf meine Anfrage hin auch prompt eine Flasche des Zacharias zukommen ließ. In den USA wird der Zacharias Riesling übrigens unter dem Namen "Noble House" verkauft und ist z.B. im Winespectator nur unter dieser Bezeichnung zu finden.
Eigentlich habe ich in den letzten 10 Jahren deutschen Riesling eher vermieden. Ob dies auf "Pech" bei der Auswahl der Weine zurückzuführen ist (gerade in meiner Jugend habe ich ja vor allem bei meinen Eltern "mitgetrunken"), kann ich im Nachhinein nicht mehr genau sagen. Jedenfalls dachte ich bei Riesling immer eher an "Fiesling" und habe - wenn es schon deutscher Weißwein sein mußte - dann eher zu Grauburgunder aus dem Badischen tendiert. Im Rheinland aufgewachsen, wurde ich leider zumeist mit Weinen konfrontiert, die für lange Zeit meine Vorstellung von "typischem" deutschen Wein prägten: säurebetont, nervig und Garanten für Kopfschmerz und Sodbrennen. Erst einige Jahre später bin ich mit weißem Bordeaux und vor allem italienischen Weißweinen wieder langsam auf den Geschmack von Weißwein zurückgekommen, aber gerade der typische "Kneipenwein" Pinot Grigio wird auf Dauer auch schnell langweilig. Glücklicherweise ist nicht zuletzt die Pfalz in den letzten Jahren für einige Überraschungen gut gewesen, doch bleiben wir zunächst bei einer der traditionellen Hochburgen für Deutschlands edelste Traube.

wie alle Kandidaten eine blaßgelbe Farbe, überwiegende Aromen von Zitrusfrüchten (Grapefruits) und eine Prise Granny Smith; wirkt anfangs nicht sehr komplex; feine Süße, fruchtige, aber milde Säure; extrem "süffig"-lecker, rund und mild im Gaumen, eher kurzer Abgang, dafür mit schönen Pfirsich-Tönen; lädt zum direkten "Nachladen" ein!


Gesamturteil: 4 Flaschen - sehr gut! (4/5 Flaschen)
Ein Wein, der mich in mehrfacher Hinsicht überzeugt hat: Erstens ein deutscher Wein, der schmeckt. Zweitens ein Riesling, drittens keine Spur von nerviger Säure und außerdem trotz der "halbtrocken"-Klasse alles andere als unangenehm oder aufdringlich-süßlich. Während der Degustation war dies der einzige Wein, dessen Glas ich spontan leerte. Außerdem merkte ich mir vor, daß dies der Wein sein würde, den ich im Anschluß an die Probe austrinken würde (was ich gerade tue)!
Die Höchstnote konnte ich lediglich aufgrund des schon etwas "gehobenen" Preises nicht mehr vergeben, im Vergleich mit anderen deutschen sog. "Spitzen-Rieslingen" ist der Zacharias allerdings einer der Günstigsten! Daher werde ich diesen Wein demnächst selber nachkaufen, schließlich sind 4 Flaschen schon sehr gut. Empfehlen kann ich diesen Wein besonders zu indischem Essen wie z.B. Chicken Curry oder um eine Dame zu betören. ;-)
 

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